Erfahrung

19 Tipps für Wohnmobil-Mieter

Wie du auf dem Blog gesehen hast, habe ich als Vermieter einiges an Erfahrung sammeln können. Allerdings kenne ich darüber natürlich auch die andere Seite und habe einige Tipps für dich, worauf du bei der Miete eines Wohnmobils von einem privaten Anbieter achten solltest.

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Reiseplanung vor der Anfrage:

Die Reiseplanung wird deinen Wohnmobilvermieter mit Sicherheit interessieren. Schließlich wirst du sein heiß geliebtes Eigentum für den Zeitraum deiner Reise nutzen. Bevor du dir also einfach einen Camper mietest und drauf los fährst, solltest du dir also ein paar Fragen stellen:

  • Wie hoch ist dein Budget?
  • Wohin möchtest du fahren?
  • Welche Route wirst du dorthin nehmen? (Du solltest eine Strecke angeben können)
  • Gibt es dort wo du hin möchtest zu dieser Zeit freie Kapazitäten auf einem Campingplatz?
  • Wie viel Zeit hast du? Bist du bei der Abfahrt ggf flexibel?
  • Was für eine Ausstattung benötigt dein Camper?

Ein Wohnmobil aussuchen:

Jetzt hast du die groben Rahmendaten deiner Reise festgelegt. Schau dich in deiner Nähe auf der Plattform um, es macht schließlich in den meisten Fällen wenig Sinn deinen Urlaub damit zu beginnen, dass du 200km fährst, um ein Wohnmobil abzuholen. Schau bei den Wohnmobilen, die dich interessieren genau hin und stelle 4-5 Anfragen an verschiedene Vermieter in deiner Nähe. Da es sich um Privatpersonen handelt, kann es immer mal sein, dass jemand seinen Kalender nicht gepflegt hatte oder dass es aufgrund persönlicher Schicksale keine Rückmeldung gibt. Mit 4-5 Anfragen solltest du auf der sicheren Seite für eine qualifizierte Rückmeldung sein.

Eine Anfrage ist nicht bindend und du kannst mit dem Vermieter im Nachhinein noch vieles klären. Die Miete kommt erst zustande, wenn der Vermieter dir auf deine Anfrage ein Angebot macht und du dieses danach dann auch annimmst.

Bevorzuge einen Vermieter, der dir schnell antwortet schließlich willst du sicher sein, dass du jemanden erwischt, bei dem du nicht drei Tage warten musst, bis es weiter geht. Schnelle Rückmeldungen könnten ja während du unterwegs bist ebenfalls wichtig sein. Stelle deine Reiseplanung in einem kurzen Text dar. Wer bist du? Was hast du vor während deiner Mietzeit? Meine schlimmste Mietanfrage lautete einfach nur „Cuxhaven“. Bei so einer Nachricht ist ein Vermieter natürlich abgeschreckt, weil sich jemand keine Gedanken gemacht oder Mühe gegeben hat. Auf dieser Basis kam eine Vermietung nicht in Frage für mich. Denn wenn der Umgang mit dem Fahrzeug nachher genauso gedankenlos ist, kann man direkt einen Werkstatttermin legen.

Wenn dir etwas unklar ist oder du das Gefühl hast, dass es beim Vermieter noch Vorbehalte gibt, frage so lange nach, bis für dich alles geklärt ist und du wirklich bereit bist das Geld auszugeben. Vieles lässt sich im Nachhinein zwar klären aber je mehr du für dich vorher klargestellt hast desto besser. Statt zehn Nachrichten auszutauschen bietet es sich an, wenn du mit dem Vermieter des Wohnmobils einfach für fünf Minuten telefonierst. Jeder seriöse Vermieter hätte daran ein hohes Eigeninteresse, weil er ja ebenfalls wissen will, auf wen er sich einlässt.

Die Buchungsbestätigung

Du hast es geschafft. Aus deiner Anfrage ist eine Buchungsangebot des Vermieters geworden. Bevor du dies annimmst achte darauf, dass die Zeiten und Preise so sind, wie du es vereinbart hast. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang. Frühe Abholung / Späte Rückgabe: Bei Paul Camper beginnt die Vermietung standardmäßig um 12 Uhr Mittags. Kein Vermieter darf dich vorher fahren lassen, da auch die Versicherung erst zu diesem Zeitpunkt beginnt. Falls du also früher los möchtest, sprich deinen Vermieter darauf an, ob auch eine frühere Abholung möglich ist, dies kostet zwar 0,5 Tagemieten aber kann sich sehr lohnen, wenn du so schon die ersten 4 Stunden in dein Urlaubsziel fahren kannst. Das ist auch auf dem Rückweg möglich, wo die Rückgabe eigentlich ebenfalls bis 12 Uhr Mittags erfolgen muss.

Du solltest darauf achten, den Selbstbehalt auf 250€ zu reduzieren. Da der Selbstbehalt pro Schadenfall gilt, hast du ansonsten ein üblen Urlaub, wenn alles schief geht und du versehentlich nicht nur einen, sondern mehrere Schäden an dem Fahrzeug verursachst. (Das wünschen wir dir natürlich alle nicht und meinen Mietern ist es noch nicht passiert, aber manchmal geht einfach alles schief)

Informiere deinen Vermieter über Planänderungen oder Wünsche nach der Buchungsbestätigung. Schon oft genug habe ich die Mietanfragen noch im Nachhinein korrigiert und die Mietdauer um einen oder zwei Tage verschoben oder aber die Übergabe nach vorn oder hinten verlegt. Wichtig ist hierbei eine frühzeitige Anpassung. Das Buchungsportal muss ja in der Lage sein, die Versicherungsbestätigung zu verändern, außerdem muss ja eventuell auch noch eine Zahlung geleistet oder erstattet werden.

Übrigens, du leistest deine Zahlungen zwar im voraus an Paul Camper. Der Vermieter erhält das Geld jedoch erst, wenn deine Miete ohne Beanstandung gestartet ist. Also hat der Wohnmobilvermieter ein ebenso großes Interesse daran, dass du glücklich los fährst, wie du selbst auch.

Die Übergabe

Der große Tag ist gekommen. Du kannst deinen Urlaub antreten und dein Gefährt wartet vollgetankt bei deinem Vermieter auf dem Hof.

Bevor du losfährst denk an Folgendes: Kaution, Führerschein, Personalausweis! Du kannst alles andere vergessen aber ohne diese drei Dinge kommst du nicht vom Hof.

Falls du mit dem Auto zur Übergabe fährst, kläre mit dem Vermieter ab ob dein Wagen an dem Ort wo ihr euch trefft auch während des Urlaub geparkt werden darf und sicher steht.

Plane genug Zeit ein. Sicherheitshalber zwei Stunden für die Übergabe. Sollte sie schneller gehen kommst du schnell auf die Straße. Aber nichts ist schlimmer, als wenn du unterwegs bist und die Hälfte des Campers nicht verstanden oder gesehen hast. Mach unbedingt eine Probefahrt um den Block mit dem Vermieter an Board, so hast du eventuell noch die Möglichkeit, vergessene Fragen zu stellen oder Besonderheiten an dem Wohnmobil festzustellen, die dir vorher nicht aufgefallen sind. Protokolliert die Übergabe ordentlich und lasst euch eine Kopie geben oder fotografiert das Protokoll ab. Prüft unbedingt, ob ihr alles an Ausstattung an Bord habt, was euch im Protokoll aufgezeigt wurde und was ihr mit dem Vermieter vorher abgeklärt habt.

Die Reise

Hier genießt du einfach deine Zeit. Melde dich nur sofort bei Beschädigungen am Fahrzeug oder wenn du dich nicht erinnerst, wie man irgendetwas bedient. Achte darauf die vereinbarten Kilometer nicht deutlich und ohne Rücksprache zu überschreiten und gib deinem Vermieter kurz Bescheid, wann du am Rückreisetag planst bei ihm anzukommen. Schließlich willst du nicht zwei Stunden vor verschlossener Haustür warten, bis er vom Einkaufen wieder da ist.

Die Rückgabe

Die schönen Tage sind vorbei und du bist auf dem Heimweg. Eigentlich möchtest du am liebsten zu Hause aufs Sofa, aber die Rückgabe steht noch bevor.

Also überlege kurz, wie du ein verliehenes Auto selbst gern zurückbekommen würdest. Volltanken und sauber machen wird dein Urlaubserlebnis nicht verschlechtern und kostet dich keine Ewigkeit. Es beschleunigt meiner Einschätzung nach aber in den meisten Fällen die Rückgabe ganz enorm und erspart dir aber unbequeme Diskussionen mit dem Vermieter.

Plane auch hier wieder zwei Stunden Zeit ein. Die Zeit wirst du vermutlich niemals brauchen aber unter Zeitdruck passieren dir sonst Fehler, die vermeidbar wären.

Dann erstmal ausladen und in jede Ritze schauen, ob dir etwas fehlt. Ich habe schon Fahrradschlüssel, Handys und Kulturbeutel gefunden und die Mieter schnell angerufen wenn sie unterwegs waren. Aber es wäre doch ärgerlich Abends wieder losfahren zu müssen um etwas zu holen, was du vergessen hast.

Am Schluss kommt auch hier wieder das Protokoll. Weise den Vermieter aktiv darauf hin ob etwas kaputt ist, oder ob dir während der Fahrt an der Technik etwas aufgefallen ist. Im Endeffekt willst du hier kein misstrauisches Verhältnis aufbauen und wirst mit Offenheit besser fahren und eine kulantere Betrachtung erreichen, als wenn du versuchst etwas zu verschleiern und es dann entdeckt wird. Denk dran, deine Kaution wieder mitzunehmen. Damit hast du es dann geschafft und hoffentlich einen wundervollen und sorgenfreien Urlaub in einem voll ausgestatteten Camper gehabt. Der Vorteil ist schließlich, dass du ein Liebhaberstück von einer Privatperson gemietet hast, statt ein Standardmobil von einer großen Firma.

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22 Tipps für Wohnmobil-Vermieter

Nach der umfangreichen Vorstellung und den ersten Beispielrechnungen, ob sich das Vermieten deines Wohnmobils lohnen könnte, möchte ich dir nun ein paar Hinweise geben, welche Punkte sich in der Praxis für eine erfolgreiche Vermietung als wichtig herausgestellt haben.

Um mit dem Vermieten des Wohnmobils Geld zu verdienen hier also einige Tipps.

Das Camperprofil:

Optischer Eindruck:

Wenn du etwas vermieten willst, solltest du so viele Informationen wie möglich bereitstellen. Das wichtigste sind erstmal vernünftige Fotos, denn diese sind das einzige, was in der Erstübersicht zu sehen ist. Statt die letzten Schnappschüsse aus dem Urlaub zu nehmen, nimm dir ein paar Stunden Zeit, fahre bei gutem Wetter an ein nettes Plätzchen und mach viele Fotos von deinem Wohnmobil.

Der Hauptfokus sollte hierbei natürlich darauf liegen, dass man darstellt wie sich das Leben in deinem Wohnmobil anfühlt. Also Innenraum nicht vergessen. Auch Anbauteile wie eine Markise, ein Vorzeit, ein Fahrradträger oder deine Campingmöbel und dein Grill sind natürlich wichtige Entscheidungshilfen für einen möglichen Mieter. Zeig die Features, die das Leben mit einem Camper so toll machen.

Beschreibung:

Wenn das erste Interesse geweckt ist, findet sich der potenzieller Mieter auf deinem Profileintrag und möchte jetzt wissen woran er bei dir ist. Als Beschreibung taugt: „Das ist mein Camper Horsti und den kannst du haben, wenn du willst“ wohl recht wenig. Überleg dir also genau, was den Charme deines Fahrzeugs ausmacht. Wer sollte das besser beschreiben können als du, der du ja bisher viele schöne Stunden mit diesem Gefährt unterwegs warst. Hier kann man durchaus auch eigene Erfahrung einfließen lassen, vor allem aber ist dies die Gelegenheit, um Erwartungsmanagement zu betreiben.

Bei meinem alten Bulli z.B. schreibe ich, dass dieser ideal für die Landstraße ist und keine Geschwindigkeiten über 100km/h verträgt. So habe ich wenig Anfragen von Mietern, die planen 1.000 km an einem Tag zu fahren. Sondern meine Zielgruppe eher auf entspannte Roadtripreisende definiert. Natürlich erreichen mich trotzdem ab und zu Anfragen potenzieller Mieter, die für 3 Tage 1.500km Strecke planen. Diese sage ich dann freundlich ab mit dem Hinweis das mein Camper für solche Pläne nicht das ideale Gefährt ist.

Meine etwas spartanische Beschreibung kannst du dir hier mal als Beispiel ansehen (Link zu Le Bulli 2)

Preis:

Die richtige Preisfindung für die Wohnmobilvermietung ist mit etwas Rechercheaufwand verbunden. Hierbei hast du den Vorteil, dass du mit deinem Vermieterprofil auch die Mieterperspektive bekommst und einfach auf den Reiter Wohnmobil mieten klicken kannst, um dich in den Profilen umzuschauen und den lokalen Markt zu sondieren. Schließlich ist den Mietern daran gelegen etwas im nahen Umfeld zu finden und so werden sich die meisten deiner Interessenten in einem Umkreis von max. 100km um deinen Wohnort befinden.

Um den richtigen Preis zu finden, solltest du als Zeitraum eine Woche im Mai wählen und einfach in deinem Ort suchen. Automatisch wird dir jedes verfügbare Wohnmobil im Umkreis mit seinem Tagespreis für diese Saison angezeigt. Dies solltest du auch noch mal für einen einwöchigen Zeitraum in den Sommerferien machen. Wichtig ist hierbei, dass man die Recherche weit in die Zukunft (also am besten die nächste Saison) legt, denn ansonsten sieht man nur die übrig gebliebenen und noch nicht gebuchten Fahrzeuge, deren Preise ggf unrealistisch hoch sind. Jetzt schaust du dir die Anzeigen an, die deinem Wohnmobil am ähnlichsten sind und versuchst herauszufinden, wo du dich zwischen diesen Fahrzeugen einsortierst und wie du dich hervorheben kannst.

Um mit deinem Angebot erfolgreich zu sein, löse dich von der Vorstellung dein Wohnmobil sei ein unbezahlbares Unikat. Das trifft nun mal nur auf sehr wenig Fahrzeuge zu. Statt dessen schau nach, was potenzielle Mieter bereit sein könnten zu bezahlen und überlege dir, ob du für diesen Preis an den Markt gehen möchtest. Beachte: Von dem so festgelegten Preis werden noch Vermittlung und Versicherung abgezogen. (siehe hier: Beispielrechnung)

Wenn du jetzt denkst: „Hey, das kann ich auch und ich fänd es super, wenn mein Wohnmobil ein bisschen Geld verdient“ -> Hier klicken und dein Profil erstellen.

Anfragebearbeitung:

Eine Anfrage durch einen potenziellen Mieter heißt zunächst einmal, dass du mit deinem Camper Profil alles richtig macht hast. Deine Fotos sind ansprechend, deine Beschreibung ist gut und dein Preis ist vernünftig gewählt. (Glückwunsch dazu!)

Jetzt geht es darum, die Mietanfrage in eine Buchung zu verwandeln und einen zufriedenen Mieter zu gewinnen. Denn erst nachdem ihr das Angebot bestätigt habt und der Mieter dies ebenfalls noch einmal bestätigt, kommt eure Miete zustande.

Pläne des Mieters kennenlernen und Erwartungsmanagement betreiben:

Die erste Anfrage ist ein erfreuliches Ereignis und man bekommt direkt €-Zeichen in den Augen, wenn es sich um einen langen Zeitraum handelt. Allerdings solltest du nicht sofort zusagen, sondern zunächst genau schauen: Was hat der Mieter vor?.

Schließlich werden einen auch Stilblüten wie diese erreichen:

Richtung Sonne und einfach treiben lassen!

Paul Camper Mietanfrage zu Le Bulli

Keine Ortsangabe, keine geplante Strecke, keine geplanten Etappen. Der Zeitraum hierbei betrug 14 Tage und ging es um Einnahmen von 938€ (knapp 600€ netto). Richtung Sonne kann aber heißen es geht bis nach Portugal, darum habe ich mir hier die Zeit genommen die Pläne zu hinterfragen und zu versuchen eine Strecke von max. 2.500km festzulegen. Daran ist die Vermietung in diesem Fall dann gescheitert. Hätte ich die Anfrage einfach bestätigt, hätte ich den Bulli am Ende mit +5.000km auf dem Tacho wieder bekommen und mich im Zweifelsfall geärgert. Nutzt also die Gelegenheit vorab, um zu herauszufinden, was mit eurem Wohnmobil passieren soll während es weg ist.

Hervorragende Mietanfragen sehen übrigens so aus:

Hallo Jens,

wir möchten gern von Bielefeld nach Braunfels / Altenkirchen reisen und wieder zurück. Wir möchten mit 2 Personen zu einem jährlichen Treffen mit Freunden aus Hessen fahren. Sonst haben wir immer gezeltet, aber dieses Jahr müssten wir den Hund meines Vaters mitnehmen, da dieser zur Zeit wegen Krankheit meines Vaters bei uns zur Pflege ist. Wir würden uns sehr freuen, wenn Du Dich bald bei uns melden könntest, da nicht mehr viel Zeit bleibt, um etwas passendes zu organisieren. Wir wären auch gern bereit uns jederzeit vorab mit dir zu treffen, damit du uns und auch den Hund kennenlernen kannst.

Paul Camper Mietanfrage zu Le Bulli

Das waren tolle Mieter. Wir haben uns zwei Tage später abends getroffen und ich konnte alle kennen lernen und die drei konnten schauen, ob der Bulli den Erwartungen entspricht. Erst danach haben wir die Zusagen fest gemacht. Ich habe das Wohnmobil im Top-Zustand wiederbekommen und als Bonus habe ich damit zwei Menschen und einen Hund sehr glücklich gemacht.

Mit dem Mieter telefonieren ist eine Alternative zu einem persönlichen Gespräch vor Ort und kann ebenfalls deutlich mehr Klarheit schaffen, als du es mit zehn Emails schaffen könntest. Positiv hieran ist auch, dass es dich nur 5-10 Minuten kostet, statt 30 Minuten verteilt auf fünf Tage.

Eigene Erfahrung mit auf den Weg geben:

Bei diesem Punkt ist natürlich Vorsicht geboten. Ein potenzieller Mieter soll sich in seiner Urlaubsplanung ja nicht bevormundet fühlen. Jedoch kann der ein oder andere Hinweis durchaus sinnvoll sein.

z.B. auf das Thema Umweltzonen auch im Ausland hinzuweisen (war bei meinem alten Bulli immer wichtig) oder das Thema Warnwesten in Österreich. Manchen meiner Mieter habe ich auch Campingplatzempfehlungen entlang der Route mitgegeben. Das ist insbesondere bei Campingneulingen, die sich noch nicht so klar über ihre Route sind, und noch nicht viel recherchiert haben ein gern gehörter Hinweis.

Abfahrtszeit

Sprich bei der Anfrage darüber, welche Abfahrtszeit sich dein Mieter vorstellt. Viele übersehen die Option früher Abholung oder später Rückgabe. Diese sind zwar auch mit 1/2 Tag berechnet, aber für manche kann es ein erheblicher Mehrwert sein, wenn sie es so schon ehr zu ihrem Reiseziel schaffen, oder evtl sogar eine Zwischenetappe sparen können.

Fazit:

Mit diesen Hinweisen weißt du dann genau worauf du dich einlässt und dein Mieter ebenfalls und du bekommst deine erste erfolgreiche Mietzusage zustande. Passen eure Erwartungen nicht zusammen oder hast du in der Phase der Anfragebearbeitung ein schlechtes Gefühl, lass es lieber sein.

Nach der Zusage und vor der Abfahrt

Eine Woche bis drei Tage vor der Abfahrt eine Erinnerung zu schreiben hat sich bewährt. Leider hab ich es nicht bei allen meinen Mietern gemacht, aber ich schreibe hier ja auch über die Lehren aus den letzten drei Jahren auf. Bei mir sieht die jetzt in den meisten Fällen ca. so aus.

Hallo X,

dein Urlaub naht und Le Bulli freut sich auf euren Trip. Vor der Abfahrt sollten wir uns 1-2 Stunden für die Übergabe nehmen, damit du alles findest. Folgende Dinge sind am wichtigsten, damit alles reibungslos klappt: Personalausweis, Führerschein, Kaution von 750€. Wie besprochen werde ich vorher schon das Vorzelt und den Fahrradträger bereitlegen. Dein Auto kann während der Zeit bei uns in der Straße stehen. Schreib mir bitte eine Nachricht, ob es bei 8:00 Uhr bleibt.

Bsp Bestätigungsmail oder Whatsapp, je nach dem welcher Weg sich bewährt mit dem Mieter

Übergabe

Vorbereitung:

Bevor dein Mieter da ist stelle folgende Punkte sicher:

  • Der Tank ist voll.
  • Der Ölstand des Motors ist in Ordnung.
  • Es ist ausreichend Gas fürs Kochen vorhanden.
  • Frischwasser ist aufgefüllt.
  • Abwasser ist abgelassen.
  • Es sind nur die Dinge an Board, die du auch übergeben möchtest.

Grundeinstellung:

Jetzt ist es so weit, dein Mieter steht auf dem Hof. Es geht für ihn in einen Urlaub, auf den er sich schon Wochen oder Monate freut. Also begegne ihm mit guter Laune. Keiner von uns möchte bei der Abfahrt in den Urlaub einen negativen Start in den Tag. Nimm dir Zeit und teile auch vorher mit, dass die Übergabe etwas dauern wird, um alles durch zu gehen. Schließlich will dein Mieter jetzt eigentlich in das Wohnmobil springen und ab in die Freizeit düsen.

Vor der ersten Übergabe mach dir eine Liste mit den Dingen, die wichtig sind für ein entspanntes Leben an Board. Im Zweifelsfall übe die Übergabe lieber einmal mit einem Freund, der mit Camping nichts am Hut hat und schau nachher ob du an alles gedacht hast und deine Botschaften so angekommen sind, wie du es geplant hast.

Was bei der Übergabe nicht erklärt ist kann zu Frust im Urlaub für deinen Mieter oder aber im schlimmsten Fall zu Schäden durch Falschanwendung führen. Also lass dir Zeit für das Thema.

Protokollieren:

Nutze einfach das Übergabeprotokoll das Paul Camper dir in deiner Mietbestätigung anbietet. Hier findest du für alle relevanten Punkte eine Möglichkeit der Dokumentation. Füll das Protokoll zusammen mit deinem Mieter aus und gib ihm eine Ausfertigung mit, oder weise ihn zumindest darauf hin sich das Protokoll abzufotografieren. Die erste Seite enthält wichtige Informationen für das Vorgehen im Schadensfall!

Lass dir die Kaution von 750€ in Bar übergeben. Wenn ich eine Umfrage von Paul Camper neulich richtig verstanden habe, arbeitet man auf ein Konzept, um dieses Thema aus der Welt zu schaffen. Aber bis auf weiteres muss jeder Mieter 750€ Kaution hinterlegen. Dies ist gleichbedeutend mit der Selbstbeteiligung der Versicherungspolice und insofern extrem wichtig.

Kläre mit dem Mieter, wo sein Fahrzeug (sofern er mit einem anreist) in der Zeit des Urlaub stehen kann, ohne dass es zu einer Verkehrsbehinderung führt oder bewegt werden muss.

Stell deine Handynummer als Notfallkontakt bereit, schließlich willst du angerufen werden, wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist. So wirst du schnell zu Rate gezogen, wenn irgendwas bei der Übergabe vergessen wurde und die Chance für die Falschanwendung deiner Ausstattung sinkt.

Macht zum Abschluss eine gemeinsame Probefahrt! Klar jeder Mieter hat einen Führerschein, aber nicht jeder ist schon so große Wohnmobile gefahren. Nimm dir 5 Minuten um ein Mal als Beifahrer um den Block gefahren zu werden und schau, ob dir etwas auffällt, was du eventuell noch erklären musst oder wobei du Unsicherheiten bemerkst.

Danach lass den guten Menschen losdüsen in seinen wohlverdienten Urlaub.

Fazit:

Vorbereitetes Auto, gute Laune, perfekte Übergabe, Protokoll, Kaution, Notfallkontakt und eine Probefahrt… Mit so viel Vorbereitung und Engagement muss es für deinen Mieter doch einfach gut laufen und dein Wohnmobil verdient Geld für dich, während du zu Hause wartest. Zum vereinbarten Zeitpunkt kehrt dein Mieter dann glücklich und beseelt aus seinem erholsamen Urlaub zurück und wird dir schweren Herzens deinen Camper aushändigen.

Rücknahme:

Für mich ist es bei der Rücknahme immer wichtig, dass ich den Zeithorizont der Rückkehr ca. 1-2 Stunden vor Ankunft mitgeteilt bekomme. Nur weil mein Wohnmobil ohne mich im Urlaub war, will ich nicht den halben Tag zu Hause warten, bis es zurück kommt. Also bespreche ich einen Tag vor Rückreisetag die grobe Planung und bekomme dann am Rückreisetag gern eine kurze Nachricht, wenn es nur noch 1-2 Stunden Fahrt sind. Sollte ich es nicht schaffen, kann ich den Mieter ja fragen, ob er noch eine Zwischenstation machen möchte.

Erwartungen an die Reinigung:

Bisher hatte ich hier keine großen Ansprüche. Da dem nächst unser Le Bulli 2 in die Vermietung geht, werden diese steigen und ich werde je nach länge der Tour entscheiden, ob ich die Reinigung einfach übernehme (ist bei 3-4 Tagen übers Wochenende kein Problem) oder ob ich den Mieter bitte den Wagen einmal von außen zu waschen und von innen ordentlich selbst zu reinigen, dass wird wohl das Mittel der Wahl bei 7 Tagen und mehr. Hier solltest du natürlich klar kommunizieren bevor der Wagen wieder auf dem Hof steht. Am besten eigentlich bei der Übergabe aber irgendwie gehört dieser Punkt für mich eher unter die Rücknahme.

Inventar und Protokoll:

Schau den ganzen Camper mit allen Fächern und Ablagen durch, ob etwas vergessen wurde oder ob etwas fehlt. Dein Mieter wird dir dankbar sein, wenn er nicht ohne seine Sonnenbrille abfährt und du wirst auch froh sein, wenn dein Korkenzieher wieder aus der Vorratskiste auftaucht. Irgendwo geht immer mal etwas verloren, aber man muss es ja nicht drauf ankommen lassen. Kontrolliere die restliche Funktionalität deiner Ausstattung, es wäre ärgerlich, wenn du erst nachher feststellst, dass die Markise nicht mehr ausfährt.

Auch wenn es etwas Zeit kostet, protokolliere die Rückgabe wieder sorgfältig gemeinsam mit dem Mieter und geht einmal gemeinsam um das Wohnmobil um zu schauen, ob ihr etwas übersehen habt.

Denk daran die Kaution mit dabei zu haben und mit Gegenzeichnung des Protokolls durch den Mieter zurück zu geben. Die Kaution lag natürlich während der gesamten Miete sicher untergebracht und wird genau so wieder ausgehändigt wie sie empfangen wurde. Keiner von uns will einem Fremden 15 Scheine á 50€ abgeben und zehn 20€ Scheine und elf 50€ Scheine zurück bekommen.

Fazit:

Geschafft! Dein erster Mieter ist glücklich auf dem Weg nach Hause. Dein Wohnmobil ist wohlbehalten zurückgekehrt und mit wenig Arbeit (beim zweiten Mal ist alles schon viel einfacher) hast du gerade die Kosten für dein Hobby deutlich gesenkt. (siehe hierzu Bilanz 2017, Bilanz 2018, Bilanz 2019)

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Wenn alles gut läuft, ist das dein Zusatzlohn:

Le Bulli hat uns sicher und entspannt ins Legoland und von dort weiter, bis zum Biggesee gebracht. Er fährt sich großartig! Somit sind wir keinen Meter Autobahn gefahrenen, sondern, mit der erstklassigen Bulli-Playlist, nostalgisch durch die Landschaft gezogen, haben uns entschleunigen und berieslen lassen.

Es war ein toller Urlaub!

Vielen Dank an Jens für seine unkomplizierte und immer freundliche Hilfsbereitschaft.

Wir werden Le Bulli gern für weitere Abenteurer entführen.

https://paulcamper.de/lenders/33394/

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